Ein höherer Stromverbrauch als Jordanien: Die Schattenseite des Bitcoin

In den digitalen Währungen sehen Kryptowährungs-Enthusiasten vor allem Chancen wie Freiheit, Unabhängigkeit von staatlichen Stellen und Politik, mehr Sicherheit und nicht zuletzt natürlich auch hohe Gewinnchancen. Dennoch haben sie natürlich auch Schattenseiten, wie etwa, dass sie aufgrund der Anonymität einfacher für kriminelle Geschäfte genutzt werden können oder vor allem auch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Alleine der jährliche Stromverbrauch des Bitcoin soll 45,8 TWh betragen, womit er für CO2-Emissionen zwischen 22 und 22,9 Megatonnen verantwortlich ist. Damit übertrifft der Wert den des kompletten Landes Jordanien!

Symbolbild: Stromverbrauch durch Bitcoin
Symbolbild: Stromverbrauch durch Bitcoin

Berichtet wird dies in einer aktuellen Studie vom 12. Juni 2019 der Fachzeitschrift Joule mit dem Titel „The Carbon Footprint of Bitcoin„. Vor allem das Schürfen von Bitcoins – das konzeptbedingt mit jedem bereits erschaffenen Bitcoin immer aufwendiger wird – erfordert spezielle Hardware und riesige Mengen an Strom, was wiederum für einen gigantischen CO2-Fußabdruck der Kryptowährung sorgt. Um einen Coin zu „schürfen“ müssen immer schwierigere mathematische Aufgaben gelöst werden, was inzwischen fast nur noch von ganzen Rechenfarmen übernommen wird. So sollte sichergestellt werden, dass Bitcoins ein knappes Gut bleiben und die Gewinnung wie beim Vorbild Gold aus einer Mine immer schwieriger wird.

Der riesige CO2-Fußabdruck von Bitcoin unterstreicht laut den Experten hinter der Studie die Notwendigkeit, die durch Kryptowährungen verursachten externen Umwelteinflüsse endlich in den Griff zu bekommen. Zudem sollte der Blick auf Kosten und Nutzen von Blockchain-Anwendungen im Allgemeinen um den CO2-Ausstoß erweitert werden – die Kosten hierfür müssten auf jeden Fall stärker berücksichtigt werden.

Quelle: The Carbon Footprint of Bitcoin, Joule, https://doi.org/10.1016/j.joule.2019.05.012

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